End of Travel

Vor 165 Tagen sind wir zu unserer Reise aufgebrochen. Angefangen in Malawi in den Projekten der Zikomo Foundation, gefolgt von knapp drei Monaten Backpacking in Südamerika und zum Abschluss fünf Wochen mit dem Camper durch Kanada. Das war eine lange Zeit für uns, der Moment schien günstig gewählt und passend für uns beide zu sein. Wagen muss man es trotzdem, Job kündigen, Wohnung kündigen, auf die Reise hin sparen und letztlich für ein halbes Jahr „adieu“ sagen. Das Ziel? Nebst der Projektarbeit in Malawi (für uns war es ein Anliegen, unsere Ressourcen – momentan unsere Zeit und Wissen – zur Verfügung zu stellen) war die „Ziellosigkeit“ das Ziel. Reisen, im Gegensatz zu „Ferien machen“ bedeutet für uns andere Kulturen, Landschaften, Systeme und Menschen zu kennenzulernen – allerdings ohne äusseren Antrieb oder Hintergedanke. Jeden Tag stellten sich uns die gleichen Fragen von Neuem: Was gibt es an diesem Ort zu entdecken? Was interessiert uns wirklich? Und letztlich, wie können wir das mit angemessenem Budget unternehmen? Die meiste Zeit war das kein Problem, die Fülle an historischen, natürlichen und aktuellen Höhepunkten machten es stets zur Herausforderung, richtig zu kombinieren. Generell zogen wir die Collectivos, Tuktuks oder sonstige ÖV-Gefährte vor, nicht nur aus finanziellen (denn die sind wirklich viel günstiger) Gründen, sondern auch um die Einheimischen zu erleben. Gegen Ende der Reise haben wir vor allem gemerkt, dass wir dem touristischen Mainstream immer wie mehr auswichen. Gerade recht kam uns daher der Camper, mit welchem wir uns die Freiheit nehmen konnten. Kanada war ja gewiss genug gross für alle, um ein Plätzchen zu haben. 

Geduld, Flexibilität, Spontanität aber auch Interessiertheit waren Eigenschaften, welche wir besonders beansprucht haben. Natürlich kam uns auf dieser Reise die technologische Entwicklung sehr entgegen – mit allen Vor- und Nachteilen. Mit kollaborativen Websites/Apps konnten wir das Wissen und die Ressourcen von vielen Menschen anzapfen. Tripadvisor als wohl bekannteste App half uns, von Erfahrungen anderer zu profitieren. Mit Uber konnten wir mit Privaten mitfahren, mit AirBnB konnten wir bei Privaten übernachten. Die wohl besten Apps waren aber WikiTravel, WikiCamps und Maps.Me. Letztere basiert auf open-street-maps, eine Karte, welche von Allen für Alle gemacht wir und auch Offline verfügbar ist. Ob Campingplätze, Wanderwege oder Cafés mit WLAN war dort fast alles vorhanden. Und manchmal haben wir auch einfach die meist netten Einheimischen gefragt…

Ganz allgemein waren die Einheimischen sehr nett und hilfsbereit uns Reisenden gegenüber. Wenn wir uns mit unseren Rucksäcken in den Minibus quetschten waren sie immer sehr interessiert und sogar sehr stolz, dass „Gringos“ oder „Azungus“ ihr Land besuchen. Wenn wir dann noch erklärten, dass wir es äusserst schön finden hier, dann war der Damm gebrochen. 

Nebst einigen kleinen Verletzungen/Krankheiten und den für uns üblichen Tolpatschigkeiten (also das gilt NUR für Gabriel!) waren wir dankbarerweise verschont vor den doch vielerorts lauernden Gefahren in diesen für uns doch sehr unbekannten Ländern. 

Uns haben die verhältnismässig armen Länder (Malawi, Peru, Bolivien oder Chile) beeindruckt. Wir hatten viel Zeit, uns über deren (und unsere) Situation Gedanken zu machen und zu lesen. Verstehen oder gar Lösungen finden für die offensichtliche Ungleichheit/Ungerechtigkeit in und zwischen den Ländern ist schwierig und auch nicht unser Anspruch. Geprägt hat es uns dennoch sehr.

Kanada war uns kulturell viel näher. Deshalb war es dort emotional eine weniger grosse Herausforderung. Wir konnten dort die Landschaft voll geniessen. Die Weiten und die vielerorts sehr unberührte Natur durch das schon 150 Jährige Nationalparksystem sind einfach beeindruckend. Ein Wehrmutstropfen bleibt natürlich, dass wir keinen Bären in der Wildnis gesehen haben. Dafür haben wir im letzten halben Jahr so ziemlich viele Tiere gesehen: Löwen, Leopard, Büffel, Wildhunde, Affen, Giraffen, Elefanten, Antilopen, Zebras, Krokodile, Nilpferde, Eidechse, diverse Vögel, Papageie, Tapire, Spinnen (inkl. Vogelspinne), Kaimane, Faultier, Hirsche, Seelöwen, Pelikane, Buckelwale, Orkas, Schlangen, Minifrösche um nur einige zu nennen.

Nun sind wir also auf den Heimweg und freuen uns auf die Schweiz, unsere Familien, Freunde, unsere Arbeit und unser neues Zuhause in Wichtrach.

The End!

3 Gedanken zu “End of Travel

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